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Pädagogisch Therapeutische Einrichtungen informieren über seelische Gesundheit bei Kindern

Das Freizeitangebot für Kinder ist enorm: Sportverein und Musikschule konkurrieren zunehmend mit Computerspielen, MP3-Playern und dem Fernseher. Nicht selten halten da die schulischen Leistungen nicht mehr mit. Schlechte Noten und Frustration sind die Folge. Die Motivation sinkt weiter und die Kinder geraten in eine Abwärtsspirale. Dieser Kreislauf lässt sich dann oft nur noch mit zusätzlicher Unterstützung von außerhalb durchbrechen.

Schon in der Grundschule müssen viele Kinder erkennen, dass sie trotz emsigen Lernens mit den Anforderungen nicht mehr klarkommen. Schlechte Noten untergraben ihr Selbstwertgefühl, die fehlenden Erfolgserlebnisse führen zu Resignation. Dabei sind Kinder von Natur aus wissbegierig und haben großes Interesse daran, Zusammenhänge zu begreifen. Ihre Neugierde spielerisch zu fördern, ist ein Ziel der Pädagogisch Therapeutischen Einrichtungen (PTE). Ausgebildete Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten kümmern sich dort individuell um jedes Kind. Lernen mit Spaßfaktor und Erfolgserlebnissen lautet die Devise. Der Kreislauf von Frust und Versagensängsten wird so durchbrochen, die Schulnoten verbessern sich zusehends.

„In der Lerntherapie sollen nicht nur die schulischen Leistungen kurzfristig verbessert werden“, erklärt der Sozialpädagogische Leiter der PTE, Karl-Heinz Dittmann. Besonders wichtig sei es vielmehr, das emotionale Befinden der Kinder zu steigern. Dadurch würden Ängste und Blockaden abgebaut. Die Kinder lernten außerdem, ihr Arbeits-, Sozial- und Lernverhalten besser zu steuern. „Anders als in der klassischen Nachhilfe wird in der Lerntherapie nicht einfach nur direkt am Schulstoff gearbeitet, sondern gezielt an den individuellen Stolperstellen des Kindes“, so Dittmann weiter.

Damit werde ein stabiles Fundament geschaffen, auf dem das Kind seinen weiteren Schul- und Lebensweg aufbauen könne.

Auch die Eltern werden in die Therapie einbezogen, damit sie die erfolgreichen Methoden und Strategien auch fürs Lernen zu Hause übernehmen können. Neben der Elternberatung bieten die Pädagogisch Therapeutischen Einrichtungen auch regelmäßig Elternseminare an. Dort können Eltern lernen, wie sie ihr Kind positiv unterstützen. „Überfordern Sie ihr Kind nicht“, betont der Waiblinger Schulpsychologe Jörg Utzt. „Ab dem achten oder neunten Lebensjahr verbinden Kinder Schulerfolg und Selbstwertgefühl.“ Schimpfen und Liebesentzug führten in dieser sensiblen Phase in einen Teufelskreis. Lob und Anerkennung auch bei noch so kleinen Erfolgen seien der bessere Weg.

Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts zur Kinder- und Jugendgesundheit bestehen bei 11,5 Prozent der Mädchen und 17,8 Prozent der Jungen zwischen drei und 17 Jahren Verhaltensauffälligkeiten. Sie hängen häufig eng mit der seelischen Gesundheit des Kindes zusammen. Die dauerhafte Über- oder Unterforderung in der Schule und in der Familie kann bei Kindern zu seelischen und körperlichen Krankheiten führen. Im familiären Umfeld müsse deshalb darauf geachtet werden, dass die an das Kind gestellten Anforderungen tatsächlich seinem Entwicklungsstand und Leistungsvermögen entsprechen, sagt die Diplom-Psychologin und PTE-Lerntherapeutin Jessica Burkert. Ein Kind könne nur dann seelisch gesund sein, wenn seine elementaren Bedürfnisse wie Nahrung, Bewegung, Spiel oder genügend Schlaf erfüllt werden. Eltern sollten darüber hinaus den persönlichen Stärken ihres Kindes ausreichend Raum zur Entwicklung geben. Gleichzeitig gelte es, Schwächen zu erkennen und auszugleichen und sich Zeit für das Kind zu nehmen, um seine geistige, soziale und emotionale Entwicklung zu fördern und zu unterstützen.

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